Für die Endlagerung zieht die BGE im Rahmen der Arbeiten gemäß § 13 StandAG entsprechend § 1 (3) StandAG die Wirtsgesteine Steinsalz, Tongestein und Kristallingestein in Betracht.


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Steinsalz als Wirtsgestein

18.10.2020 14:59 die ist eine Frage

Ich dachte Steinsalz eignet sich nicht wegen der nicht möglichen Rückholbarkeit?

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Rückmeldung der BGE

[Antwort BGE] RE: Steinsalz als Wirtsgestein

27.07.2021 12:09 moderation-base Rückmeldung der BGE

Sehr geehrte/r Teilnehmer/in,

Salzgestein wird im Standortauswahlgesetz mit Bezug auf den Stand von Wissenschaft und Technik als eines von drei möglichen Wirtsgesteinen für ein Endlager für hochradioaktive Abfälle genannt.
Jedes der drei Wirtsgesteine hat spezifische Vor- und Nachteile.

Das Wirtsgestein weist eine Reihe von Eigenschaften auf, die eine Endlagerung von hochradioaktiven Abfällen ermöglichen oder begünstigen. Zu den Eigenschaften von Steinsalz als potentielles Wirtsgestein gehört die hohe Wärmeleitfähigkeit. Diese ermöglicht es, die von den hochradioaktiven Abfällen ausgehende Nachzerfallswärme schnell abzuleiten. Des Weiteren weist Steinsalz unter Druck plastische Eigenschaften auf, die es ermöglichen, entstandene Risse und Hohlräume im Gestein durch sogenanntes „Kriechen“ zu verschließen und horizontale und/oder vertikale Bewegungen des umgebenden Gebirges ohne zu brechen auszuhalten. Weiterhin ist Steinsalz hydraulisch dicht und somit undurchlässig gegenüber Gasen und Flüssigkeiten.

Zu den weniger günstigen Eigenschaften von Steinsalz als potentielles Wirtsgestein gehören die hohe Wasserlöslichkeit und das geringe Rückhaltevermögen langzeitsicherheitsrelevanter Radionuklide.

Die Darstellung der Maßnahmen, die eine Rückholung der radioaktiven Abfälle in der Betriebsphase sicherstellen und die zur Ermöglichung einer Bergung nach der Verschlussphase getroffen werden sollen, erfolgt im Rahmen der vorläufigen Sicherheitsuntersuchungen. Welche Maßnahmen ergriffen werden sollen, wird im Rahmen der Arbeiten in Schritt 2 der Phase I und den weiteren Phasen des Standortauswahlverfahrens erarbeitet werden.

Mit freundlichen Grüßen
BGE

 

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