Im Jahr 2013 haben Bundestag und Bundesrat per Gesetz die Suche nach dem Standort mit der bestmöglichen Sicherheit für ein Endlager für die in Deutschland pro­duzierten hochradioaktiven Abfälle neu gestartet. Die „Kommission zur Lagerung hoch­ radioaktiver Abfallstoffe“, bestehend aus Vertretern*innen von Wissenschaft, Bundes­tag und Bundesrat sowie Verbänden, arbeitete bis zum Jahr 2016 an der Konzeption eines Standortauswahlverfahrens auf Basis der weißen Deutschlandkarte. Dafür entwi­ckelte die Kommission Regeln und Kriterien und formulierte Anforderungen an ein End­lager für hochradioaktive Abfälle. Im Mai 2017 novellierte der Gesetzgeber das „Gesetz zur Suche und Auswahl eines Standortes für ein Endlager für hochradioaktive Abfälle“ (Standortauswahlgesetz - StandAG) auf Basis der Ergebnisse der Kommission.


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Ein Blick über den Tellerrand: Atommüll-Recycling

19.10.2020 22:51 JohannesH ist eine Anmerkung

Die abgebrannten Brennelemente enthalten - neben dem Hüllmaterial - drei Arten von Stoffen:
- Spaltprodukte (die "Asche" der Kernspaltung, ca. 3%) - strahlen relativ stark, haben sich aber gerade deshalb im Laufe von wenigen hundert Jahren der natürlichen Radioaktivität angeglichen und enthalten teilweise wertvolle Metalle, die dann als technischer Rohstoff genutzt werden könnten
- Nicht gespaltenes Uran235 und Transurane (ca. 1%) - letztere strahlen relativ schwach und brauchen deshalb auch ca. 100.000 Jahre, um sich dem Niveau der natürlichen Radioaktivität anzugleichen
- Uran238 (ca. 95%) ist in Leichtwasserreaktoren nicht spaltbar und kaum radioaktiv, gewissermaßen ein "Ballaststoff", der mit deponiert wird und den größten Teil des Atommülls ausmacht

Das nicht gespaltene Uran235, die lang strahlenden Transurane und das Uran238 könnten in Reaktoren mit schnellen Neutronen, wie dem russischen BN-800 gespalten und damit die Rest-Strahlungszeit deutlich verkürzt werden. Warum denkt man nic

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Atommüll ist Wertstoff!

20.10.2020 12:22 Cantaleno ist eine Frage

Warum ist im politischen Betrieb noch so wenig verankert, dass es eine weitaus kostengüstigere Lösung für die Lösung der Atommüllfrage gibt?  Das Verfolgen solcher Lösungsansätze würde nur die Streichung einiger unsinniger Regeln im deutschen Atomgesetz erfordern.  So könnte, wie JohannesH schreibt, Atommüll im russischen Schnellspaltreaktor BN800 verbrannt werden und dabei noch sehr viel Energie produzieren.  Noch besser wäre, auf nationale Eigenentwicklungen zu setzen. So wurde vom deutschen Institut für Festkörper-Kernphysik der Dual Fluid Reaktor (www.dual-fluid.com) entwickelt.  Dieser könnte nach eigenen Angaben aus dem vorhandenen "Atommüll" noch sagenhafte 220.000 Terawattstunden an Energie erzeugen.  (Zum Vergleich: Wir verbrauchen jährlich etwa 2.700 TWh an Primärenergie und ca. 600 TWh an elektrischer Energie.)  Was dann übrigbleibt, sind harmlose Stoffe, also stabile Isotope oder radioaktive Isotope, die innerhalb von 300 Jahren auf das Level von Natururan abklingen.

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BN800 / Dual-Fluid

23.10.2020 10:52 Niels_Detloff_2 ist eine Anmerkung

Im Jahr 2031 soll laut StandAG der Endlagerstandort feststehen, im Jahr 2050 soll mit der Einlagerung begonnen werden. Wenn bis dahin die Technik so weit ist, dass der Atommüll sauber und sicher verwertet werden kann, dann wird man das wahrscheinlich machen. Wenn nicht, wär's doof kein Endlager zu haben.

Frühestens 2070 wird die Einlagerung abgeschlossen sein, danach soll der Atommüll 500 Jahre rückholbar sein. Das heißt, wenn in 100 Jahren die Technik so weit ist, dass man Atommüll zur Energiegewinnung sauber und sicher nutzen kann, dann können wir alle (sofern wir noch leben) jubeln und den Atommüll wieder rausholen. Wenn nicht, können wir froh sein ein Endlager zu haben.

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Warum nicht gemeinsam und ins All?

24.10.2020 12:52 Marco.Otter ist eine Anmerkung

Man sollte eine internationale Initiative gründen und den Atommüll zum Mond bringen und dort in das Gestein einlagern, oder aber zum Mars oder in einen kontrolierbaren Satteliten, jedoch wäre das mit Gefahren verbunden.

Jedenfalls frage ich mich seit Jahren warum dies nicht die offensichtliche Lösung ist die man anstreben sollte.

Natürlich gibt es Hürden, aber mal ehrlich...

Das wäre es wert. Vielleicht würde dann auch die Jugend mal wieder etwas weniger enttäuscht von der Welt in der sie leben, ich meine zB Fridays for Future etc.

Meine größte Sorge als Ich selbst aufgewachsen bin war immer die Atomkraft und der Gedanke das die Welt eigentlich schon nicht mehr zu retten sei.

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Beteiligung der Menschen

06.02.2021 16:39 Weinsheimer ist eine Anmerkung

Es kann nicht angehen so kurzfristig in Pandemiezeiten, solche weitreichenden Beschlüsse und Entscheidungen zu treffen. Derzeit sind viele Forschende und engagierte Menschen  durch die Pandemie anderweitig ausgelastet und haben keine Zeit sich zu beteiligen. Ich bestehe auf mehr Öffentlichkeitsbeteiligung und Transparenz zu einem Zeitpunkt ohne Pandemie. Nur online... geht gar nicht !

Dr. med. Sigrid Weinsheimer

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Darf das Verursacherprinzip mit Geld aufgehoben werden?

16.02.2021 05:11 Ralf1970 ist eine Frage

Habe ich da richtig gelesen: Die Einmalzahlung von 24.000.000.000 Euro stellt eine endgültige ABSOLUTION der Betreiber vom Verursacherprinzip bezüglich der Verantwortung für eine Zwischen- wie auch Endlagerung radioaktiver Abfälle dar? - Ist das überhaupt rechtens?

Alle wissenschaftlich fundierten Anstrengungen und datentechnische Werkzeuge für eine soziologische Beteiligung zur Lösungsfindung der Endlagerfrage begrüße ich durchaus.
Doch wenn dieses Geld für eine bestmögliche Standortsuche aufgebraucht sein wird, ist damit noch kein einziger Behälter entsorgt. Und künftigen Generationen bleibt dennoch ein Risiko, dass die heutigen Experten sich in Punkto ausreichender Sicherheit geirrt haben.

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