Teilgebiet 014_00TG_199_00IG_K_g_NPZ

Übersichtskarte des Teilgebiets 014_00TG_199_00IG_K_g_NPZ

Übersichtskarte des Teilgebiets 014_00TG_199_00IG_K_g_NPZ

Charakteristika des Teilgebiets 014_00TG_199_00IG_K_g_NPZ

Charakteristika des Teilgebiets  014_00TG_199_00IG_K_g_NPZ
IG-Kennung 199_00IG_K_g_NPZ
Wirtsgesteinstyp und Konfiguration

Kristallines Wirtsgestein im Grundgebirge

Geographische Verortung

Das Teilgebiet befindet sich im Süden des Bundeslandes Hessen.

Gesamtfläche 10 km²
geologische Charakteristika

Das Teilgebiet befindet sich im Grundgebirge der Nördlichen Phyllitzone (NPZ) und weist Mächtigkeiten zwischen 1 180 Metern und 1 200 Metern auf. Die Oberfläche des Teilgebiets befindet sich in einer Teufenlage von 300 Metern bis 320 Metern unterhalb der Geländeoberkante.

Geowissenschaftliche Abwägungskriterien (Anlagen 1 bis 11 (zu § 24) StandAG)

Erläuterung der Kriterien

Kriterium 1: Bewertung des Transportes radioaktiver Stoffe durch Grundwasserbewegungen im einschlusswirksamen Gebirgsbereich
(Anlage 1 (zu § 24) StandAG)

Kriterium 2: Bewertung der Konfiguration der Gesteinskörper
(Anlage 2 (zu § 24) StandAG) 

Kriterium 3: Bewertung der räumlichen Charakterisierbarkeit
(Anlage 3 (zu § 24) StandAG) 

Kriterium 4: Bewertung der langfristigen Stabilität der günstigen Verhältnisse
(Anlage 4 (zu § 24) StandAG) 

Kriterium 5: Bewertung der günstigen gebirgsmechanischen Eigenschaften
(Anlage 5 (zu § 24) StandAG) 

Kriterium 6: Bewertung der Neigung zur Bildung von Fluidwegsamkeiten
(Anlage 6 (zu § 24) StandAG) 

Kriterium 7: Bewertung der Gasbildung
(Anlage 7 (zu § 24) StandAG) 

Kriterium 8: Bewertung der Temperaturverträglichkeit
(Anlage 8 (zu § 24) StandAG) 

Kriterium 9: Bewertung des Rückhaltevermögens im einschlusswirksamen Gebirgsbereich
(Anlage 9 (zu § 24) StandAG) 

Kriterium 10: Bewertung der hydrochemischen Verhältnisse
(Anlage 10 (zu § 24) StandAG) 

Kriterium 11: Bewertung des Schutzes des einschlusswirksamen Gebirgsbereichs durch das Deckgebirge
(Anlage 11 (zu § 24) StandAG) 

Begründung der zusammenfassenden Bewertung:

Neun der elf Kriterien wurden nach dem Referenzdatensatz Kristallingestein (BGE 2020b) bewertet, dabei sind sieben Kriterien mit „günstig“ und zwei Kriterien mit „nicht günstig“ bewertet.

Den gebietsspezifisch bewerteten Kriterien kommt, im Vergleich zu den Referenzdatensätzen, in der jetzigen Phase des Standortauswahlverfahrens eine besondere Bedeutung zu. Eine individuelle Bewertung für jedes identifizierte Gebiet erfolgte für das kristalline Wirtsgestein für die Kriterien 2 (Konfiguration) und 11 (Deckgebirge). Das „Kriterium zur Bewertung der Konfiguration der Gesteinskörper“ wurde aufgrund des Indikators „flächenhafte Ausdehnung bei gegebener Mächtigkeit (Vielfaches des Mindestflächenbedarfs)“ mit „weniger günstig“ bewertet. Das „Kriterium zur Bewertung des Schutzes des einschlusswirksamen Gebirgsbereichs durch das Deckgebirge“ wurde mit „günstig“ bewertet. Die Nördliche Phyllitzone setzt sich hauptsächlich aus niedrigmetamorphen Einheiten (Phyllite) zusammen, die keine potentiellen kristallinen Wirtsgesteine für die Endlagerung von hochradioaktiven Abfällen sind. Eine Ausnahme ist das identifizierte Gebiet 199_00IG_K_g_NPZ, bei dem zwei Bohrungen direkte Hinweise auf kristalline Wirtsgesteine geben (siehe BGE 2020j). Daher lässt die lithologische Ausbildung eine günstige geologische Gesamtsituation erwarten, obwohl die Fläche den mehrfachen Flächenbedarf unterschreitet.

Außerdem kann im kristallinen Wirtsgestein potentiell ein Endlagersystem realisiert werden, das wesentlich auf technischen und geotechnischen Barrieren beruht (siehe §23 Abs. 4 StandAG). Im Falle des § 23 Abs. 4 StandAG tritt an die Stelle des Abwägungskriteriums nach Anlage 2 (zu § 24 Abs. 3) StandAG die rechnerische Ableitung, welches Einschlussvermögen die technischen und geotechnischen Barrieren voraussichtlich erreichen (siehe § 24 Abs. 2 StandAG). Dieser rechnerische Nachweis kann zu einem späteren Zeitpunkt im Standortauswahlverfahren erbracht werden (siehe § 23 Abs. 4). Da zum jetzigen Zeitpunkt offen ist, welches Endlagersystem in dem identifizierten Gebiet realisiert werden wird, sind derzeit alle Möglichkeiten zu betrachten und das Ergebnis der Bewertung der Indikatoren zu Kriterium 2 entsprechend zu würdigen.

Die Anwendung der geowissenschaftlichen Abwägungskriterien lässt daher insgesamt eine günstige geologische Gesamtsituation für die sichere Endlagerung radioaktiver Abfälle erwarten.