Teilgebiet 012_01TG_198_01IG_K_g_RHE

Übersichtskarte des Teilgebiets 012_01TG_198_01IG_K_g_RHE

Übersichtskarte des Teilgebiets 012_01TG_198_01IG_K_g_RHE​

Charakteristika des Teilgebiets 012_01TG_198_01IG_K_g_RHE

Charakteristika des Teilgebiets  012_01TG_198_01IG_K_g_RHE​
IG-Kennung 198_01IG_K_g_RHE
Wirtsgesteinstyp und Konfiguration

Kristallines Wirtsgestein im Grundgebirge

Geographische Verortung

Das Teilgebiet ist durch Ausschlusskriterien durchtrennt und liegt zum einen auf der südlichen Grenze zwischen Niedersachsen und Sachsen-Anhalt und zum anderen im westlichen Rand von Sachsen-Anhalt.

Gesamtfläche 175 km²
geologische Charakteristika

Das Teilgebiet befindet sich im Grundgebirge der Rhenoherzynischen Zone und weist Mächtigkeiten zwischen 350 Metern und 1 200 Metern auf. Die Oberfläche des Teilgebiets befindet sich in einer Teufenlage von 300 Metern bis 1 150 Metern unterhalb der Geländeoberkante.

Geowissenschaftliche Abwägungskriterien (Anlagen 1 bis 11 (zu § 24) StandAG)

Erläuterung der Kriterien

Kriterium 1: Bewertung des Transportes radioaktiver Stoffe durch Grundwasserbewegungen im einschlusswirksamen Gebirgsbereich
(Anlage 1 (zu § 24) StandAG)

Kriterium 2: Bewertung der Konfiguration der Gesteinskörper
(Anlage 2 (zu § 24) StandAG) 

Kriterium 3: Bewertung der räumlichen Charakterisierbarkeit
(Anlage 3 (zu § 24) StandAG) 

Kriterium 4: Bewertung der langfristigen Stabilität der günstigen Verhältnisse
(Anlage 4 (zu § 24) StandAG) 

Kriterium 5: Bewertung der günstigen gebirgsmechanischen Eigenschaften
(Anlage 5 (zu § 24) StandAG) 

Kriterium 6: Bewertung der Neigung zur Bildung von Fluidwegsamkeiten
(Anlage 6 (zu § 24) StandAG) 

Kriterium 7: Bewertung der Gasbildung
(Anlage 7 (zu § 24) StandAG) 

Kriterium 8: Bewertung der Temperaturverträglichkeit
(Anlage 8 (zu § 24) StandAG) 

Kriterium 9: Bewertung des Rückhaltevermögens im einschlusswirksamen Gebirgsbereich
(Anlage 9 (zu § 24) StandAG) 

Kriterium 10: Bewertung der hydrochemischen Verhältnisse
(Anlage 10 (zu § 24) StandAG) 

Kriterium 11: Bewertung des Schutzes des einschlusswirksamen Gebirgsbereichs durch das Deckgebirge
(Anlage 11 (zu § 24) StandAG) 

Begründung der zusammenfassenden Bewertung:

Neun der elf Kriterien wurden nach dem Referenzdatensatz Kristallingestein (BGE 2020b) bewertet, dabei sind sieben Kriterien mit „günstig“ und zwei Kriterien mit „nicht günstig“ bewertet.

Den gebietsspezifisch bewerteten Kriterien kommt, im Vergleich zu den Referenzdatensätzen, in der jetzigen Phase des Standortauswahlverfahrens eine besondere Bedeutung zu. Eine individuelle Bewertung für jedes identifizierte Gebiet erfolgte für das kristalline Wirtsgestein für die Kriterien 2 (Konfiguration) und 11 (Deckgebirge). Das „Kriterium zur Bewertung der Konfiguration der Gesteinskörper“ wurde mit „günstig“ bewertet. Das „Kriterium zur Bewertung des Schutzes des einschlusswirksamen Gebirgsbereichs durch das Deckgebirge“ wurde mit „ungünstig“ bewertet.

Die ungünstige Bewertung des Kriteriums 11 resultiert aus der Tatsache, dass das kristalline Wirtsgestein im identifizierten Gebiet an der Geländeoberkante ansteht und dementsprechend nicht mit anderen Gesteinen überdeckt ist („fehlende Überdeckung“). Deshalb besteht das Deckgebirge aus 300 Meter mächtigem Kristallingestein, welches jedoch eine grundwasser- und erosionshemmende Überdeckung des einschlusswirksamen Gebirgsbereichs ohne strukturelle, hydraulisch wirksame Komplikationen potentiell gewährleisten kann.

Die Anwendung der geowissenschaftlichen Abwägungskriterien lässt daher insgesamt eine günstige geologische Gesamtsituation für die sichere Endlagerung radioaktiver Abfälle erwarten.