4.1.5 Maximale Suchteufe

In der gegenwärtigen Phase des Standortauswahlverfahrens führt die BGE den Begriff der maximalen Suchteufe ein. Das ist eine Teufe, die aus Sicht der Langzeitsicherheit und der technischen Realisierbarkeit eingeführt wird.

Einerseits sind mit zunehmender Teufe des Einlagerungsbereichs tendenziell eher günstigere Bedingungen für den langfristig sicheren Einschluss der endgelagerten radioaktiven Abfälle zu vermuten. Hierfür sprechen u. a. die mit größerem Abstand zur Tagesoberfläche geringere Relevanz möglicher exogener Einwirkungen auf den ewG bzw. auf den Einlagerungsbereich sowie eine stärkere Entkopplung von oberflächennahen Grundwasserleitern.

Andererseits stößt mit zunehmender Teufe des Einlagerungsbereichs die technische Realisierbarkeit des Endlagers wegen der mit der Teufe zunehmenden Gebirgstemperatur und des Gebirgsdruckes an Grenzen. Dieser Effekt wird verstärkt durch den Wärmeeintrag der Endlagergebinde.

Ohne Festlegung einer maximalen Teufe wäre zu besorgen, dass bei der formalen Anwendung der Kriterien und Mindestanforderungen im Abwägungsprozess günstige Teilgebiete durch scheinbar günstigere verdrängt werden, bei denen eine Endlagerrealisierung nicht möglich ist.