5.0 Ermittelte Teilgebiete gemäß § 13 StandAG

Die Teilgebiete ergeben sich durch die Anwendung der Ausschlusskriterien, der Mindestanforderungen und der geowissenschaftlichen Abwägungskriterien. Sie stellen das Zwischenergebnis dar, das im Schritt 1 der Phase I erzielt wurde, und werden mit diesem Zwischenbericht Teilgebiete dokumentiert.

Im Ergebnis werden durch die Bewertung der identifizierten Gebiete (vgl. Kapitel 4.3.7) anhand der geowissenschaftlichen Abwägungskriterien 90 Teilgebiete ausgewiesen, welche eine günstige geologische Gesamtsituation für die Endlagerung radioaktiver Abfälle erwarten lassen. (vgl. Tabelle 6, Abbildung 36), die in Summe über eine Fläche von ca. 240 874 km² verfügen. Diese identifizierten Gebiete erstrecken sich über die gesamte Bundesrepublik Deutschland. Berücksichtigt man die Überlagerung einiger Teilgebiete, ist in Deutschland eine Fläche von ca. 194 157 km², also ein Anteil von ca. 54 % der Landesfläche als Teilgebiet ausgewiesen und bildet den Ausgangspunkt für die weiteren Arbeiten im Standortauswahlverfahren.

Tabelle 6, Kapitel 5 - S. 129

Wirtsgestein Anzahl Teilgebiete Fläche In km²
Tongestein 9 129 639
Steinsalz, davon    
stratiforme Lagerung: 14 28 415
steile Lagerung: 60 2 034
Steinsalz gesamt 74 30 450
kristallines Wirtsgestein 7 80 786
Teilgebiete gesamt: 90 240 874

Tabelle 6: Anzahl und Flächen der ermittelten Teilgebieten.

Für das Wirtsgestein Tongestein werden im Ergebnis der Anwendung der geowissenschaftlichen Abwägungskriterien im Rahmen von § 13 StandAG neun Teilgebiete mit günstigen geologischen Gesamtsituation ermittelt. Insgesamt ergibt sich eine Gesamtfläche an Teilgebieten im Tongestein von ca. 129 639 km2. Diese verteilen sich über mehrere Bundesländer und sind in erdgeschichtlich unterschiedlichen Einheiten zu finden, so dass sie sich teilweise geographisch überlagern (vgl. Abbildung 37).

Mit Blick auf das Wirtsgestein Steinsalz werden insgesamt 74 Teilgebiete im Rahmen von § 13 StandAG ermittelt, welche eine günstige geologische Gesamtsituation erwarten lassen. Für die verschiedenen Konfigurationen im Wirtsgestein Steinsalz ergeben sich insgesamt 60 Teilgebiete in steilstehenden Steinsalzformationen und 14 Teilgebiete in stratiformen Steinsalz. Diese verteilen sich über mehrere Bundesländer und sind in erdgeschichtlich unterschiedlichen Einheiten zu finden, so dass sie sich teilweise geographisch überlagern. Die Gesamtfläche Teilgebiete in der Wirtsgesteinskonfiguration Steinsalz in steiler Lagerung beträgt ca. 2 034 m2. Die Teilgebiete im Wirtsgestein Steinsalz sind in Abbildung 32 dargestellt.

Für das kristalline Wirtsgestein werden insgesamt sieben Teilgebiete im Rahmen von § 13 StandAG ermittelt, bei denen eine günstige geologische Gesamtsituation für die Endlagerung radioaktiver Abfälle zu erwarten ist. Es handelt sich dabei größtenteils um Kristallinkomplexe der variszischen Orogenese (vgl. Abbildung 39) mit einer Gesamtfläche von ca. 80 786 km2.

Der Salzstock Gorleben ist nach Anwendung der geowissenschaftlichen Abwägungskriterien gemäß § 24 StandAG kein Teilgebiet geworden. Damit greift die Regelung des § 36 Abs. 1 S. 5 Nr.1 StandAG wonach der Salzstock Gorleben aus dem Verfahren ausscheidet. Der Salzstock Gorleben wird daher nicht bei den weiteren Arbeiten der BGE zu den Vorschlägen über die Standortregionen betrachtet.

Im Zuge der Ermittlung von Teilgebieten gemäß § 13 StandAG konnten alle Gebiete in Deutschland in der notwendigen Tiefe mit den vorhandenen geologischen Daten bewertet werden. Dementsprechend ergaben sich keine „Gebiete, die aufgrund nicht hinreichender geologischer Daten nicht eingeordnet werden können“ (§ 13 Abs. 2 S. 4 StandAG). Eine Darstellung dieser Gebiete und eine Empfehlung zum weiteren Umgang entfällt entsprechend.

In den folgenden Kapiteln 5.1 bis 5.3 werden die einzelnen Teilgebiete hinsichtlich ihrer Charakteristika und der Ergebnisse aus der geowissenschaftlichen Abwägung gemäß § 24 StandAG kurz dargestellt. Die dort dargestellten Inhalte stellen eine Zusammenfassung der untersetzenden Unterlagen BGE (2020k) und BGE (2020j) dar. Die Ergebnisse der Anwendung der geowissenschaftlichen Abwägungskriterien für die einzelnen identifizierten Gebiete sind in der untersetzenden Unterlage BGE (2020k) dargestellt (hier sind auch die identifizierten Gebiete zu finden, die kein Teilgebiet geworden sind).

Abbildung 36: Übersichtskarte der Teilgebiete.
Die Teilgebiete wurden nach stratigraphischen Einheiten ermittelt, daher kommt es in einigen Fällen in dieser Kartendarstellung zur teilweisen Überlagerung mehrerer Teilgebiete.

Abbildung 37: Übersichtskarte der Teilgebiete im Wirtsgestein Tongestein.
Die Teilgebiete wurden nach stratigraphischen Einheiten ermittelt, daher kommt es in einigen Fällen in dieser Kartendarstellung zur teilweisen Überlagerung mehrerer Teilgebiete.

Abbildung 38: Übersichtskarte der Teilgebiete im Wirtsgestein Steinsalz.
Bei den Teilgebieten in stratiformem Steinsalz kommt es in einigen Fällen zur teilweisen Überlagerung mehrerer Teilgebiete in der Kartendarstellung, da diese nach stratigraphischen Einheiten getrennt ausgewiesen wurden.

Abbildung 39: Übersichtskarte der Teilgebiete im kristallinen Wirtsgestein auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland