4.4.3.2 Anlage 2 (zu § 24 Abs. 3) StandAG

Die Anlage 2 (zu § 24 Abs. 3) StandAG umfasst das „Kriterium zur Bewertung der Konfiguration der Gesteinskörper“, welches im StandAG mit fünf Indikatoren für Tongestein[4] und vier Indikatoren für die anderen Wirtsgesteine untersetzt ist, siehe Auszug aus dem StandAG in Anlage 1. Für die Bewertung der Indikatoren wurden die prozessierten Daten aus der Anwendung der Ausschlusskriterien und Mindestanforderungen gemäß §§ 22, 23 StandAG verwendet.

Insgesamt konnten für dieses Kriterium drei der vier Indikatoren (für das Wirtsgestein Tongestein drei der fünf) mit gebietsspezifischen Daten hinterlegt werden.

In Abbildung 35 sind die entsprechenden Indikatoren „Barrierenmächtigkeit [m]“„Teufe der oberen Begrenzung des erforderlichen einschlusswirksamen Gebirgsbereichs [m unter Geländeoberfläche]“ und „flächenhafte Ausdehnung bei gegebener Mächtigkeit (Vielfaches des Mindestflächenbedarfes)“ grafisch dargestellt. Die Bewertung dieser Indikatoren erfolgte anhand der Informationen aus den Modellierprotokollen (BGE 2020j, 2020l) den Geomodellen und den daraus exportierten Informationen bezüglich der Mächtigkeit und der Teufe der entsprechenden identifizierten Gebiete sowie der Flächen in ArcGIS.

Abbildung 35: Schematische Darstellung der Indikatoren „Barrierenmächtigkeit“, „Teufe der oberen Begrenzung des erforderlichen einschlusswirksamen Gebirgsbereichs“ und „flächenhafte Ausdehnung“.

Die Abbildung ist modifiziert nach Alfarra et al. (2020, S. 143)

Zum jetzigen Zeitpunkt wird davon ausgegangen, dass der „Grad der Umschließung des Einlagerungsbereichs durch einen einschlusswirksamen Gebirgsbereich“ immer vollständig ist. Die Bewertung des Indikators erfolgte dementsprechend für alle identifizierten Gebiete aller Wirtsgesteine mit „günstig“. Eine abschließende Bewertung der identifizierten Gebiete im Tongestein nach dem Indikator „Anschluss von wasserleitenden Schichten in unmittelbarer Nähe des einschlusswirksamen Gebirgsbereichs/Wirtsgesteinkörpers an ein hohes hydraulisches Potenzial verursachendes Gebiet“ ist zum jetzigen Zeitpunkt aufgrund fehlender Detailinformationen nicht sinnvoll möglich. Aus diesem Grund erfolgt die Bewertung für alle identifizierten Gebiete zum jetzigen Zeitpunkt mit „günstig“.

Die Konfiguration der sicherheitsrelevanten Gesteinskörper stellt ein früh erkennbares Merkmal einer günstigen geologischen Gesamtsituation dar und ist insbesondere zum derzeitigen Stand des Standortauswahlverfahrens von besonderer Bedeutung (BT‑Drs. 18/11398). Die Gesamtbewertung dieses Kriteriums für jedes identifizierte Gebiet erfolgt nach der jeweils schlechtesten Bewertung der Indikatoren „Barrierenmächtigkeit [m]“„Teufe der oberen Begrenzung des erforderlichen einschlusswirksamen Gebirgsbereichs [m unter Geländeoberfläche]“ und „flächenhafte Ausdehnung bei gegebener Mächtigkeit (Vielfaches des Mindestflächenbedarfes)“.