4.3.1 Datengrundlage

In Schritt 1 der Phase I des Standortauswahlverfahrens erfolgt die Ermittlung der identifizierten Gebiete gemäß § 13 Abs. 2 StandAG auf Basis der von den zuständigen Bundes- und Landesbehörden zur Verfügung gestellten geologischen Daten. Dateneingänge wurden bis zum 01.06.2020 berücksichtigt.

Es wurden mehrere Abfragen zu unterschiedlichen Daten an die zuständigen Behörden übermittelt. Vor der ersten Abfrage von Daten für die Anwendung der Mindestanforderungen im März 2018 wurde, analog zu den Ausschlusskriterien, eine zugehörige Arbeitshilfe für die zuständigen Bundes- und Landesbehörden bereitgestellt (BGE 2018a). Im Rahmen dieser Datenabfragen wurden Daten in unterschiedlichsten Formaten von den Landes- und Bundesbehörden übermittelt. Die bereitgestellten Daten wurden dokumentiert, gesichtet und in Datenbanksystemen organisiert. Dabei handelt es sich u. a. um geologische 3D‑Modelle, Informationen aus Bohrungen (z. B. Schichtenverzeichnisse), thematische Karten (z. B. geologische Karten, Mächtigkeitskarten) sowie Berichte zu Forschungsvorhaben und Studien.

Als wesentliche Basis zur Anwendung der Mindestanforderungen werden vorhandene 3D‑Modelle zum geologischen Aufbau des Untergrundes der Länder genutzt (vgl. Abbildung 25). Geologische 3D‑Modelle visualisieren die Verbreitung der Gesteine und tektonischer Strukturen im Untergrund. Für ca. 65 % der Fläche Deutschlands existieren 3D‑Modelle des geologischen Untergrunds auf regionalem Maßstab, bei den Bundes- und Landesbehörden. Diese Modelle sind das Ergebnis einer umfassenden wissenschaftlichen Bewertung und Interpretation verschiedener geologischer Daten (z. B. Bohrungsdaten, Profilschnitte, geologische Karten, Reflexionsseismik) durch die jeweiligen Geologischen Dienste des Bundes und der Länder.

Im Rahmen des Vorhabens „Potenziale des unterirdischen Speicher- und Wirtschaftsraumes im Norddeutschen Becken“ (Projekt „TUNB“), das durch die BGR zusammen mit den Staatlichen Geologischen Diensten der norddeutschen Bundesländer bearbeitet wird, entsteht ein umfangreiches geologisches 3D‑Modell des tiefen Untergrundes Norddeutschland. Der BGE als Vorhabenträgerin wurde Ende Mai 2020 ein vorläufiger Arbeitsstand des geologischen 3D‑Modells zur Verfügung gestellt, welches aufgrund der fortgeschrittenen Arbeiten im Rahmen der gegenwärtigen Phase der Standortauswahl und der Tatsache, dass es sich bei dem übergebenen geologischen 3D‑Modell des TUNB‑Projektes um einen vorläufigen Arbeitszwischenstand handelt, erst in finalisierter Form im Zuge der weiteren Bearbeitung berücksichtigt wird (BGE 2020l).

Abbildung 25:  Deutschlandweite Übersicht zur Abdeckung der verwendeten 3D‑Modelle (grün)