4.3.0 Mindestanforderungen gemäß § 23 StandAG

Nach Anwendung der Ausschlusskriterien gemäß § 22 StandAG, werden auf den nicht als ausgeschlossene Gebiete ermittelten Flächen im zweiten Arbeitsschritt die in § 23 StandAG festgelegten Mindestanforderungen angewendet. Als Ergebnis der Anwendung der Mindestanforderungen stehen identifizierte Gebiete, welche die Mindestanforderungen erfüllen. Die Anwendung der Mindestanforderungen erfolgt auf Basis der von den zuständigen Bundes- und Landesbehörden gemäß § 12 Abs. 3 StandAG zur Verfügung gestellten Daten. Gemäß § 23 Abs. 1 StandAG kommen die Wirtsgesteine Steinsalz, Tongestein und Kristallingestein für die Endlagerung hochradioaktiver Abfälle in Betracht (vgl. Kapitel 4.1.1 bis 4.1.4).

Liegen für die Anwendung der Mindestanforderungen notwendige Daten erst in einer späteren Phase des Standortauswahlverfahrens vor, gilt die jeweilige Mindestanforderung als erfüllt, soweit dies auf Grund der vorhandenen Datenlage zu erwarten ist (§ 23 Abs. 3 S. 1 StandAG). Dies ermöglicht potentiell geeignete Gebiete auch mit geringen Datendichten im weiteren Verlauf des Standortauswahlverfahrens konkreter zu betrachten. Spätestens zum Standortvorschlag, welcher im Ergebnis der Phase III des Standortauswahlverfahrens erfolgt, ist gemäß § 23 Abs. 3 S. 2 StandAG die Erfüllung jeder Mindestanforderung standortspezifisch nachzuweisen.

Sofern für ein Gebiet im kristallinen Wirtsgestein (Kapitel 4.1.4) kein ewG realisiert werden kann, ist für den sicheren Einschluss ein alternatives Konzept möglich, das im Wesentlichen auf geotechnischen und technischen Barrieren basiert.

Die in den folgenden Kapiteln 4.3.1 bis 4.3.5 dargestellten Inhalte stellen eine Zusammenfassung der untersetzenden Unterlagen BGE (2020j) dar.