4.2.3.0 Ausschlusskriterium aktive Störungszonen 

Das Ausschlusskriterium „aktive Störungszonen“ ist in § 22 Abs. 2 Nr. 2 StandAG festgelegt und besagt, dass ein Gebiet nicht als Endlagerstandort geeignet ist, wenn in den Gebirgsbereichen, die als Endlagerbereich in Betracht kommen, einschließlich eines abdeckenden Sicherheitsabstands, geologisch aktive Störungszonen vorhanden sind, die das Endlagersystem und seine Barrieren beeinträchtigen können. Im Weiteren werden in § 22 Abs. 2 Nr. 2 StandAG, aktive Störungszonen folgendermaßen definiert: „Unter einer „aktiven Störungszone“ werden Brüche in den Gesteinsschichten der oberen Erdkruste wie Verwerfungen mit deutlichem Gesteinsversatz sowie ausgedehnte Zerrüttungszonen mit tektonischer Entstehung, an denen nachweislich oder mit großer Wahrscheinlichkeit im Zeitraum Rupel bis heute, also innerhalb der letzten 34 Millionen Jahre, Bewegungen stattgefunden haben. Atektonische beziehungsweise aseismische Vorgänge, also Vorgänge, die nicht aus tektonischen Abläufen abgeleitet werden können oder nicht auf seismische Aktivitäten zurückzuführen sind und die zu ähnlichen Konsequenzen für die Sicherheit eines Endlagers wie tektonische Störungen führen können, sind wie diese zu behandeln.“

Die in § 22 Abs. 2 Nr. 2 S. 3 StandAG genannten atektonischen bzw. aseismischen Vorgänge sind ausgehend von ihren Entstehungsprozessen stark abweichend zu den tektonischen Störungszonen. Deshalb werden die tektonischen Störungszonen und die atektonischen bzw. aseismischen Vorgänge in separaten Kapiteln behandelt. Die in § 22 Abs. 2 Nr. 2 StandAG benannten tektonischen Störungszonen werden im Kapitel 4.2.3.1 und die atektonischen bzw. aseismischen Vorgänge im Kapitel 4.2.3.2 behandelt.