Teilgebiet 062_00TG_146_00IG_S_s_z

Übersichtskarte des Teilgebiets 062_00TG_146_00IG_S_s_z

Übersichtskarte des Teilgebiets 062_00TG_146_00IG_S_s_z

Charakteristika des Teilgebiets 062_00TG_146_00IG_S_s_z

Charakteristika des Teilgebiets  062_00TG_146_00IG_S_s_z
IG-Kennung 146_00IG_S_s_z
Wirtsgesteinstyp und Konfiguration

Steinsalz in steiler Lagerung

Geographische Verortung

Das Teilgebiet befindet sich im Osten des Bundeslandes Niedersachsen und im Nord-Westen des Bundeslandes Sachsen-Anhalt.

Gesamtfläche 19 km²
geologische Charakteristika

Das Teilgebiet befindet sich im Zechstein der Salzstruktur Waddekath und weist eine Mächtigkeit von 1 000 Metern auf. Das Teilgebiet befindet sich in einer Teufenlage von 520 Metern bis 1 500 Metern unterhalb der Geländeoberkante.

Geowissenschaftliche Abwägungskriterien (Anlagen 1 bis 11 (zu § 24) StandAG)

Erläuterung der Kriterien

Kriterium 1: Bewertung des Transportes radioaktiver Stoffe durch Grundwasserbewegungen im einschlusswirksamen Gebirgsbereich
(Anlage 1 (zu § 24) StandAG)

Kriterium 2: Bewertung der Konfiguration der Gesteinskörper
(Anlage 2 (zu § 24) StandAG) 

Kriterium 3: Bewertung der räumlichen Charakterisierbarkeit
(Anlage 3 (zu § 24) StandAG) 

Kriterium 4: Bewertung der langfristigen Stabilität der günstigen Verhältnisse
(Anlage 4 (zu § 24) StandAG) 

Kriterium 5: Bewertung der günstigen gebirgsmechanischen Eigenschaften
(Anlage 5 (zu § 24) StandAG) 

Kriterium 6: Bewertung der Neigung zur Bildung von Fluidwegsamkeiten
(Anlage 6 (zu § 24) StandAG) 

Kriterium 7: Bewertung der Gasbildung
(Anlage 7 (zu § 24) StandAG) 

Kriterium 8: Bewertung der Temperaturverträglichkeit
(Anlage 8 (zu § 24) StandAG) 

Kriterium 9: Bewertung des Rückhaltevermögens im einschlusswirksamen Gebirgsbereich
(Anlage 9 (zu § 24) StandAG) 

Kriterium 10: Bewertung der hydrochemischen Verhältnisse
(Anlage 10 (zu § 24) StandAG) 

Kriterium 11: Bewertung des Schutzes des einschlusswirksamen Gebirgsbereichs durch das Deckgebirge
(Anlage 11 (zu § 24) StandAG) 

Begründung der zusammenfassenden Bewertung:

Acht der elf Kriterien wurden nach dem Referenzdatensatz Steinsalz bewertet (BGE 2020b), dabei sind sechs Kriterien mit „günstig“ und zwei Kriterien mit „nicht günstig“ bewertet.

Den gebietsspezifisch bewerteten Kriterien kommt, im Vergleich zu den Referenzdatensätzen, in der jetzigen Phase des Standortauswahlverfahrens eine besondere Bedeutung zu. Eine individuelle Bewertung für jedes identifizierte Gebiet erfolgte für Steinsalz in steiler Lagerung für die Kriterien 2 (Konfiguration), 3 (Charakterisierbarkeit) und 11 (Deckgebirge). Von den drei gebietsspezifisch bewerteten Kriterien wurden das „Kriterium zur Bewertung der Konfiguration der Gesteinskörper“ und das „Kriterium zur Bewertung der räumlichen Charakterisierbarkeit“ mit „günstig“ bewertet. Das „Kriterium zur Bewertung des Schutzes des einschlusswirksamen Gebirgsbereichs durch das Deckgebirge“ wurde mit „bedingt günstig“ bewertet. Der Indikator „Keine Ausprägung struktureller Komplikationen (zum Beispiel Störungen, Scheitelgräben, Karststrukturen) im Deckgebirge, aus denen sich subrosive, hydraulische oder mechanische Beeinträchtigungen für den einschlusswirksamen Gebirgsbereich ergeben könnten“, wurde mit „bedingt günstig“ bewertet.

Daten zu Scheitelstörungen liegen zum jetzigen Zeitpunkt nicht flächendeckend vor. Bei vollständiger Datenabdeckung wäre ein Auftreten von Scheitelstörungen auf allen Salzstrukturen aufgrund der Tektonik zu erwarten. Entsprechend dem Vorgehen bei den Ausschlusskriterien wird auch hier angenommen, dass Scheitelstörungen am Strukturtop des Salzstockes enden (BGE 2020h). Die Indikatoren „Überdeckung mit grundwasserhemmenden Gesteinen“ und „Überdeckung mit erosionshemmenden Gesteinen“ des „Kriteriums zur Bewertung des Schutzes des einschlusswirksamen Gebirgsbereichs durch das Deckgebirge“ wurden jedoch ebenfalls mit „bedingt günstig“ bewertet. Im Rahmen der Unsicherheiten der Modellhorizonttiefen und aufgrund der in Relation zur Fläche des identifizierten Gebiets begrenzten betroffenen Fläche wird die Bewertung des Abstands zur Quartärbasis mit bedingt günstig geringer gewichtet.

Die Anwendung der geowissenschaftlichen Abwägungskriterien lässt daher eine günstige geologische Gesamtsituation für die sichere Endlagerung radioaktiver Abfälle erwarten.