Teilgebiet 078_08TG_197_08IG_S_f_z

Übersichtskarte des Teilgebiets 078_08TG_197_08IG_S_f_z

Übersichtskarte des Teilgebiets 078_08TG_197_08IG_S_f_z

Charakteristika des Teilgebiets 078_08TG_197_08IG_S_f_z

Charakteristika des Teilgebiets  078_08TG_197_08IG_S_f_z
IG-Kennung 197_08IG_S_f_z
Wirtsgesteinstyp und Konfiguration

Steinsalz in stratiformer Lagerung

Geographische Verortung

Das Teilgebiet liegt im Norden des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern, es umfasst Gebiete der Insel Rügen und liegt teilweise unterhalb der Ostsee.

Gesamtfläche 318 km²
geologische Charakteristika

Das Teilgebiet befindet sich im nordöstlichen Norddeutschen Becken und bezieht sich auf die stratigraphische Einheit Zechstein, die das Wirtsgestein Steinsalz in stratiformer Lagerung enthält. Es hat eine maximale Mächtigkeit von 340 Metern. Die Basisfläche des Teilgebietes befindet sich in einer Teufenlage von 1 060 Metern bis 1 500 Metern unterhalb der Geländeoberkante.

Geowissenschaftliche Abwägungskriterien (Anlagen 1 bis 11 (zu § 24) StandAG)

Erläuterung der Kriterien

Kriterium 1: Bewertung des Transportes radioaktiver Stoffe durch Grundwasserbewegungen im einschlusswirksamen Gebirgsbereich
(Anlage 1 (zu § 24) StandAG)

Kriterium 2: Bewertung der Konfiguration der Gesteinskörper
(Anlage 2 (zu § 24) StandAG) 

Kriterium 3: Bewertung der räumlichen Charakterisierbarkeit
(Anlage 3 (zu § 24) StandAG) 

Kriterium 4: Bewertung der langfristigen Stabilität der günstigen Verhältnisse
(Anlage 4 (zu § 24) StandAG) 

Kriterium 5: Bewertung der günstigen gebirgsmechanischen Eigenschaften
(Anlage 5 (zu § 24) StandAG) 

Kriterium 6: Bewertung der Neigung zur Bildung von Fluidwegsamkeiten
(Anlage 6 (zu § 24) StandAG) 

Kriterium 7: Bewertung der Gasbildung
(Anlage 7 (zu § 24) StandAG) 

Kriterium 8: Bewertung der Temperaturverträglichkeit
(Anlage 8 (zu § 24) StandAG) 

Kriterium 9: Bewertung des Rückhaltevermögens im einschlusswirksamen Gebirgsbereich
(Anlage 9 (zu § 24) StandAG) 

Kriterium 10: Bewertung der hydrochemischen Verhältnisse
(Anlage 10 (zu § 24) StandAG) 

Kriterium 11: Bewertung des Schutzes des einschlusswirksamen Gebirgsbereichs durch das Deckgebirge
(Anlage 11 (zu § 24) StandAG) 

Begründung der zusammenfassenden Bewertung:

Sieben der elf Kriterien wurden nach dem Referenzdatensatz Steinsalz bewertet (BGE 2020b), dabei sind fünf Kriterien mit „günstig“ und zwei Kriterien mit „nicht günstig“ bewertet. Den gebietsspezifisch bewerteten Kriterien kommt, im Vergleich zu den Referenzdatensätzen, in der jetzigen Phase des Standortauswahlverfahrens eine besondere Bedeutung zu.

Eine individuelle Bewertung für jedes identifizierte Gebiet erfolgte für stratiformes Steinsalz für die Kriterien 2 (Konfiguration), 3 (Charakterisierbarkeit), 4 (langfristige Stabilität) und 11 (Deckgebirge). Das „Kriterium zur Bewertung der Konfiguration der Gesteinskörper“ wurde aufgrund des Indikators „Barrierenmächtigkeit [m]“ mit „bedingt günstig“ bewertet. Das „Kriterium zur Bewertung der räumlichen Charakterisierbarkeit“ sowie das „Kriterium zur Bewertung der langfristigen Stabilität der günstigen Verhältnisse“ wurden jeweils mit „günstig“ bewertet. Das „Kriterium zur Bewertung des Schutzes des einschlusswirksamen Gebirgsbereichs durch das Deckgebirge“ wurde aufgrund der Bewertung des Indikators „Keine Ausprägung struktureller Komplikationen (zum Beispiel Störungen, Scheitelgräben, Karststrukturen) im Deckgebirge, aus denen sich subrosive, hydraulische oder mechanische Beeinträchtigungen für den einschlusswirksamen Gebirgsbereich ergeben könnten“, mit „bedingt günstig“ bewertet.

Grundsätzlich sind im Zechstein sehr mächtige Steinsalzhorizonte mit homogenen geologischen Eigenschaften bekannt. Aus diesem Grund kann angenommen werden, dass ein einschlusswirksamer Gebirgsbereich auch bei einer bedingt günstigen Mächtigkeit des identifizierten Gebiets realisiert werden kann. Die Fläche des identifizierten Gebiets ist außerdem ausreichend groß, um einen einschlusswirksamen Gebirgsbereich in einem Bereich ohne beeinträchtigende strukturelle Komplikationen im Deckgebirge zu realisieren.

Die Anwendung der geowissenschaftlichen Abwägungskriterien lässt daher eine günstige geologische Gesamtsituation für die sichere Endlagerung radioaktiver Abfälle erwarten.